Wohnen bezahlbar machen

Wohnen in Bornheim wird von Jahr zu Jahr teurer. Allein in den letzten beiden Jahren hat sich der Bodenrichtwert um 40 Prozent erhöht, wie der Gutachterausschuss des Rhein-Sieg-Kreises kürzlich feststellte.

Bornheim braucht mehr bezahlbaren Wohnraum. Dieser Überzeugung ist die SPD Bornheim schon seit Jahren, und auch unsere Bornheim-Umfrage belegt dies: Mehr als zwei Drittel der Teilnehmer*innen ist der Meinung, dass wir mehr bezahlbare Wohnungen und Häuser benötigen. 59 Prozent halten eine Mindestquote für öffentlich geförderten Wohnraum für sinnvoll. Und 71 Prozent wünschen sich mehr neuartige Wohnprojekte, wie zum Beispiel Mehrgenerationenhäuser. Wir sehen die Ergebnisse der Umfrage als klaren Auftrag an die Kommunalpolitik, für mehr günstigen, bedarfsgerechten und öffentlich geförderten Wohnraum zu sorgen.

Neue Baugebiete: Infrastruktur von Beginn an mitdenken
Unsere Auffassung, dass bei der Planung neuer Baugebiete die Infrastruktur von Anfang an besser mitgedacht werden muss, wurde auch im Rahmen unserer Bürgerwerkstatt im Februar 2020 durch die Teilnehmenden bestätigt. Wir setzen uns darum dafür ein, dass bei der Entwicklung neuer Wohngebiete auch neue Kita-Gruppen und Schulplätze Berücksichtigung finden und dass die Auswirkungen auf den Individualverkehr und den ÖPNV besser beachtet werden als bisher.

Mehr bezahlbaren und bedarfsgerechten Wohnraum in Bornheim wollen wir über unterschiedliche Maßnahmen erreichen. Dazu gehören:

  • 30-Prozent-Quote für öffentlich geförderten Wohnungsbau
  • Entwicklung größerer Bauflächen nur unter vorheriger Einbeziehung der sozialen und verkehrlichen Infrastruktur
  • zusätzlich zu Einfamilienhäusern mehr barrierefreie und altersgerechte Wohnungen, kleinere Wohnungen für Alleinstehende und alternative Wohnformen wie Mehrgenerationenhäuser
  • maßvolle Verdichtung zulassen und gleichzeitiger Erhalt bzw. Schaffung von Grün- und Freiflächen in diesen Wohngebieten
  • künftigen Wohnungsbau in Bornheim nicht nur den Investoren überlassen, sondern seitens der Stadt selbst aktiv werden
  • aktive Bodenvorratspolitik über den Zwischenerwerb für baureife Grundstücke
  • Grundstücke sollen unter Berücksichtigung sozialer Kriterien weiterverkauft oder in Erbpacht vergeben werden
  • Erstellung eines Leitbilds für Investoren: wohnungspolitische Inhalte und Vorgaben müssen den am Gemeinwohl orientierten gewählten Repräsentanten vorbehalten bleiben und Investoren an den Infrastrukturfolgekosten beteiligt werden
  • Ein Mietspiegel für Bornheim

Auch die Grundsteuer B werden wir verstärkt im Blick behalten. Die deutlichen Steigerungen der letzten Jahre haben Eigenheimbesitzer und auch Mieter stark zu spüren bekommen. Weitere Steigerungen dürfen kein Automatismus sein und dürfen nur mit Augenmaß durchgesetzt werden, um die Kosten für das Wohnen in Bornheim nicht noch weiter in die Höhe zu treiben.